
Permanente und konsequente Veränderung der Qualität eines Einkaufszentrums reicht von der Weiterentwicklung bis hin zur Revitalisierung eines in die Jahre gekommenen Shopping Centers. Die Revitalisierung stellt hierbei die höchste Stufe unter den Anpassungsstrategien dar. Aber auch die gezielte Weiterentwicklung, eine Umstrukturierung, eine Restrukturierung und ein Refurbishment können der Einzelhandelsimmobilie zu neuem Glanz verhelfen.
Während sich das Center Management bei einer Weiterentwicklung auf eine neue Zusammensetzung und damit Optimierung des Mietermixes konzentriert sowie Ausschau nach neuen Konzepten in Handel und Gastronomie hält, kommt es bei einer Umstrukturierung darüber hinaus zu ersten baulichen Veränderungen. Fast alle Branchen haben den Märkten angepasste und veränderte Flächenanforderungen.
Geht es über die Neuaufteilung der Flächen hinaus auch um einen Eingriff in die Mall, die Anpassung von Ankermietern mit ihren Zulieferungswegen und der Ver- und Entsorgung eines Shopping Centers, muss anstelle der Um- von einer Restrukturierung des Centers gesprochen werden. Maßnahmen, wie das Einrichten neuer Ein- und Ausgänge sowie die Veränderungen der Lage von Rolltreppen und Aufzügen, können ebenso unter diesen Begriff fallen.
So blickt der Ruhrpark in Bochum, der 1964 eröffnete und damit zu den ältesten deutschen Einkaufszentren gehört, oder das Paunsdorf Center in Leipzig einer umfassenden Restrukturierung entgegen. Hier werden Mietflächen mittels Teilabriss und Neubau an die Kundenbedürfnisse angepasst: Wo zuvor Warenhäuser Einzelhandelsflächen in einer stattlichen Größenordnung in Anspruch nahmen, soll eine kompaktere Warenpräsentation– also in kleineren Ladeneinheiten – erreicht werden.
Refurbishment stellt den der Revitalisierung nahestehendsten Begriff dar und beschreibt neben den Maßnahmen zur Implementierung eines neuen Mietermixes in erster Linie bauliche Maßnahmen, die aufgrund der Überalterung der Handelsimmobilie durchgeführt werden müssen und gleichzeitig den Ausgangspunkt für eine neue Positionierung des Centers im Markt stehen. Zu diesen Maßnahmen zählen, ergänzend zu den Maßnahmen einer Restrukturierung, die Auswechselung von Bauteilen genauso wie ein Upgrading der gesamten Bausubstanz und sämtliche Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen.
Die „Königsklasse“ stellt letztendlich die Revitalisierung eines Einkaufszentrums dar. Revitalisierung meint wörtlich die Wiederbelebung eines Einzelhandelsstandorts und ist Gegenstand einer erneuten Projektentwicklung, teilweise mit Anpassungen des Planungsrechts, den dazugehöriger Baumaßnahmen und sich anschließender veränderter Nutzung. Wenn es um die Neupositionierung des Shopping Centers geht, sind umfangreiche Markt-, Standort-, Wettbewerbs- und Risikoanalysen im Rahmen von Machbarkeitsstudien unverzichtbar. In der Regel gehört auch ein neuer Name – ein neues Branding – dazu.
Auch geht es bei der Revitalisierung nicht mehr nur um das Objekt als solches, sondern um die Belebung eines ganzen Standorts oder der Innenstadt selber. Eine erfolgreiche Integration des Einkaufszentrums in den Stadtteil ist ein Muss für den nachhaltigen ökonomischen Erfolg des Centers wie auch für die Attraktivität des Stadtviertels.
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